Franz‘ Geburtsbericht im YouTube Vlog „Natürlich Anna“

Als ich damals für Hans auf der Suche nach (positiven) Geburtsberichten aus Vätersicht war, bin ich auf Franz‘ Bericht gestoßen. Er erzählt in diesem Video in angenehmer, sympathischer Art und Weise aus seinem Blickwinkel die Geburt seines zweiten Kindes, das in einem Geburtshaus zur Welt kam. Außerdem geht er auf seine Gedanken zu einer Geburtshausgeburt ein und man darf einen Blick auf sein süßes Töcherterchen erhaschen <3.Franz_sw

Zu Beginn geht Franz kurz darauf ein wieso er dieses Video macht und schildert dann den Entscheidungsweg zu einer Geburtshausgeburt. Anna wollte nicht wieder im Krankenhaus gebären, eine Hausgeburt sei ihm aber zu riskant. Die Hebamme im Geburtshaus konnte ihm in Vorgesprächen dann sämtliche Sorgen und Zweifel nehmen. Sie machte nicht den Eindruck auf ihn, als würde sie die Geburt unbedingt alleine durchziehen wollen, sondern würde bei Bedarf sich rechtzeitig um angemessene Hilfe bemühen und könne dank eines Belegungsvertrages eine verlegte Geburt auch in der nahegelegenen Klinik weiter betreuen.

Die Zweifel die Franz schildert, höre ich auch viel in meinem Umfeld, wenn ich von unserer Geburtshausgeburt erzähle. Auch Hans hatte ähnliche Sorgen, die ihm bei Gesprächen mit den Hebammen unseres Geburtshaus genommen werden konnten. Ich persönlich sehe keinen Riskikounterschied zwischen einer Geburt im Geburtshaus oder zu Hause, solange eine Hebamme mit ihrem notwendigen Arbeitsmaterial dabei ist. Vielleicht gilt, das aber nur für die Situation in der Stadt, vielleicht ist dies auf dem Land, wo Kliniken nicht immer so schnell erreichbar sind anders. Wieso Franz die Geburtshausgeburt, der Hausgeburt vorzieht erfahren wir leider nicht, vielleicht stand die Option auf Grund der Hebammensituation aber auch einfach nicht zur Verfügung.

Dann beginnt sein eigentlicher Geburtsbericht. Zunächst muss das Geschwisterkind zu Freunden gebracht, dann Anna abgeholt und ins Geburtshaus gebracht werden. Auf der einstündigen Fahrt ins Geburtshaus, gab es drei Möglichkeiten zu einer Klinik zu fahren, dies war aber nicht nötig. Franz fuhr so zügig und aufmerksam er konnte, auf den Straßen war nicht viel los.

Bei der Schilderung der Autofahrten fällt mir auf, dass das Autofahren an sich im Focus ist. Wie schnell, wie rasant Franz fährt und wie vorsichtig und konzentriert dennoch. „In der Nacht war ich nur Fahrer“. Er war sehr aufgeregt und sehr fokussiert auf seine Aufgabe, seine Frau/Freundin schnell und sicher ans Ziel zubringen, welches nötigenfalls auch eine Klinik auf dem Weg hätte sein können. Das finde ich sehr schön. Ich frage Hans bei Gesprächen über unsere Geburtserlebnisse immer, wie er sich gefühlt hat, was er gedacht hat und will seine Sicht auf mich, meine Wehen, die Geburt hören. Aber die Aufgabe des Geburtsbegleiters ist es doch für die richtigen Rahmenbedingungen zu sorgen, damit die Gebärende sich fallen lassen kann und sich ihrem gebärenden Körper hingeben kann. In meinen Ohren hat Franz das als umsichtiger Fahrer in dieser Nacht voll erfüllt.

Kurz vorm Ziel äußerte Anna das Bedürfnis jetzt mitschieben zu müssen und Franz sah sich schon am Straßenrand unter einem Windrad zum zweiten mal Vater werden. Er hatte mit der Hebamme solche Eventualitäten im Vorfeld durchgesprochen und sie versicherte ihm, da zu sein, wenn das Baby im Auto kommen sollte. Sie schafften es aber doch noch ins Geburtshaus.

Hier geht Franz sehr schön auf seine Gedanken und Gefühle ein. Danke fürs Teilen!

Die Hebamme war schon telefonisch während der Anfahrt mit Anna in Kontakt und nahm sie am Geburtshaus in Empfang, während Franz das Auto parkte, kurz inne hielt und feststellte, dass alles nach Plan lief. Kaum im Geburtsraum angekommen wurde er sogleich als Geburtshelfer voll involviert und half Anna sich auszuziehen.

Als das Baby da ist und er das erste Foto geschossen hat, hat er die Möglichkeit seine nervöse Blase zu lehren und sich zu erden. Er stellt fest, dass alles gut ist. Er ist glücklich, dass es dem Baby gut geht und dass Anna die Geburt erleben konnte die sie sich gewünscht hatte.

Von der Ankunft im Geburtshaus bis zur Ankunft des Babys vergehen in Franz Bericht nur ein paar Sätze und ein Seufzer. Über die pikanten Details die vermutlich Erstgebärende und auch Väter am meisten interessiert verliert Franz kein Wort. Wo und icn welcher Position kommt das Baby raus? Spritzt Blut? Hast du Fruchtwasser abbekommen? Schrie Anna oder war sie leise? Hast du dir alles ganz genau angeguckt oder wolltest oder konntest du nicht? Wie war es als der Kopf rauskam?

Und weitere Fragen kommen in meinen Kopf: Fühltest du dich hilflos? Konntest du Anna helfen? Hattest du Angst? Oder hattest du ein gutes Gefühl? Wie war die Hebamme im Umgang mit Anna und im Umgang mit dir?…

Ich frage mich ob Franz diese Details extra auslässt oder ob das für ihn einfach nicht erwähnsneswert ist. Weil das wichtigste war, seine Schutzbefohlene sicher ans Ziel zu bringen.

Zum Schluss zieht Franz den Vergleich zwischen der Klinikgeburt des ersten Kindes und der gerade geschilderten Geburtshausgeburt und spricht eine ganz klare Empfehlung für das Geburtshaus aus.

Und ich schließe mich seiner Empfehlung an. Auch wenn  ich nicht gedacht hätte, dass es noch Kliniken wie die von Franz und Anna erlebte gibt („Die Frau muss sich ausruhen, der Vater geht nach Hause“), so ist es unserer Erfahrung nach doch im Geburtshaus noch einmal etwas anderes als in einer noch so nett eingerichteten Klinik.

Ich freue mich für Franz und Anna, dass sie eine so tolle Geburtshausgeburt erleben durften und bin dankbar, dass sie diesegute Erfahrung mit der Welt teilen.

Franz‘ Geburtsbericht ist eine spannende und mutmachende Erfolgsgeschichte, die ich nicht nur werdenen Eltern sondern, vielleicht auch ängstlichen Großeltern oder Freunden empfehelen möchte, die sich sorgen,weil sich jemand wichtiges ins Geburtshaus „wagt“.

 

Ein wirklich schöner Bericht! Vielen Dank!

 

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