Gastbeitrag: Der Geburtstag

Ich bin sehr glücklich den nächsten Geburtsbericht auf Herzohr präsentieren zu dürfen. Diesmal hat sich Richard, frischgebackener Papa von Hugo und Autor vom vatersohn.blog bereit erklärt seine Geburtsgeschichte hier zu teilen. Vielen Dank lieber Richard für deinen schönen und offenen Bericht und alles Liebe für dich und deine Familie!

Unsere Geburtsgeschichte – Maren & Richard mit Hugo.

Meine Frau und ich sind mit 34 Jahren im Februar 2018 das erste Mal Eltern geworden. Hugo ist ein absolutes Wunschkind und wir sind überglücklich und dankbar, dass er bei uns ist.

Die Schwangerschaft – viel neues für den werdenden Vater

Marens Schwangerschaft verlief alles in allem sehr gut und komplikationslos. Für mich war es eine Reise in eine neue Welt. Frauenarztbesuche, neue Fachbegriffe und ein emotionales Auf und Ab. An erster Stelle stand immer die Gesundheit von Maren und unserem Ungeborenen. Doch auch die zu erwartenden Herausforderungen wie Leben mit Kind, Beruf & Familie und finanzielle Aspekte waren ständige Begleiter meiner Gedanken.

Die letzten Wochen bis zur Geburt

Die Entbindung von Hugo erfolgte durch einen geplanten Kaiserschnitt. Wir hatten zwar bis zuletzt Hoffnung auf eine natürliche Geburt, aber auf Grund einer OP im Jahre 2016 bei meiner Frau, wäre eine natürliche Geburt zu risikoreich gewesen. Wir waren darüber im Voraus informiert und hatten somit relativ viel Zeit, uns mit dieser Tatsache auseinander zu setzen. Natürlich sind die Vorteile einer natürlichen Geburt nicht zu verleugnen. Ich leide immer schon an starkem Heuschnupfen sowie Kreuzallergien bei Obst und Gemüse. Somit wäre grade für die Immunabwehr eine natürliche Entbindung sehr schön und wichtig für Hugo gewesen*. Uns beschäftigte auch die Tatsache, unseren ungeborenen Sohn auf die Welt zu holen, ohne dass er den Impuls dafür setzt.

Doch auch einen Kaiserschnitt kann man positiv angehen. So konnten wir mit einem fixen Termin planen, was vor plötzlich einsetzenden Wehen bewahrte. Wir haben das Datum geheim gehalten, um so unsere Familie, wie bei einer natürlichen, ungeplanten Geburt, überraschen zu können. Und aus meiner Papa-Sicht war ich froh um die Schmerzen bei der Geburt, die meiner Frau erspart blieben. Unsere Hebamme hat uns noch einen sehr schönen Tipp mit auf den Weg gegeben:

„Geht ins Krankenhaus und feiert Geburtstag.“

Und mit dieser Einstellung sind wir dann auch morgens ins Krankenhaus gefahren.

Der große Tag – die Geburt aus der Papa-Sicht

Sechs Tage vor dem errechneten Geburtstermin war es dann soweit. Wir fuhren mit gemischten Gefühlen ins Krankenhaus. Es ist schon sehr komisch, morgens aufzustehen und zu wissen, dass man in nur wenigen Stunden sein Kind in den Händen hält. Wir waren dementsprechend nervös, aufgeregt, aber auch ängstlich. Neun Monate Schwangerschaft sollten nun innerhalb weniger Minuten ein Ende haben. Der Beginn einer völlig neuen Zeit lag so nah vor uns, dass es uns zittrige Knie verschaffte. Hinzu kam Maren’s Aufregung auch im Hinblick auf die OP mit Anästhesie, großer Wunde und dem Ungewissen, wie der anschließende Heilungsprozess sein wird.

Die letzten Stunden bis zum Beginn der OP waren aus meiner Sicht mit langem Warten verbunden. Wir sollten ca. 3 Stunden vor Beginn vor Ort sein. Letztendlich waren es dann vier Stunden, bis zu dem Moment, an dem Hugo das Licht der Welt erblickte. Bis dahin wurden bei Maren die letzten Untersuchungen gemacht und sie wurde für den OP vorbereitet. Ich durfte mich solange in einer OP-Schleuse aufhalten und dem Geschehen der Vorbereitung zuschauen. Ich bekam eine kurze Einweisung der Hebamme zum Ablauf und dann ging es endlich los. Ich wurde in den OP geholt und hinter die Abdeckung an die Kopfseite meiner Frau gesetzt. Zur Unterstützung konnte ich ihre Hand halten und keine zwei Minuten nachdem ich im OP war, hörten wir auch schon unseren Sohn das erste Mal aus voller Kehle schreien. Ein an Emotionalität nicht zu überbietender Moment. Ich habe Maren angeguckt, sie hat mich angeguckt und die Freudentränen liefen. Alle Anspannung, Aufregung und Ängste waren schlagartig verflogen.

Hugo wurde anschließend von der Hebamme versorgt und dann für einige Minuten zu uns in den OP gebracht. Hier durften wir ihn dann auch zum ersten Mal betrachten. Ein wundervoller Moment voll Dankbarkeit, Glück und Liebe.

Die ersten Stunden nach der Geburt

Ein Vorteil bei Kaiserschnitten aus der Papa-Sicht, ist die Zeit direkt nach der Geburt. Hier darf der Papa die ersten Minuten mit dem Neugeborenen kuscheln, Nähe und Wärme geben. Die Mutter wird die ersten 30 – 60 Minuten in der Regel noch unter Beobachtung im Aufwachraum bleiben. Diese ersten Minuten sind atemberaubend schön. Man kann die Augen nicht von seinem Kind lassen und beobachtet pausenlos jede Bewegung, jeden Atemzug. Ich habe diese ca. 30 Minuten sehr genossen. Glücklicherweise kam dann aber auch schon Maren aus dem Aufwachraum und durfte unseren Sohn auch endlich in den Armen halten. Rückblickend kommen mir jetzt noch Tränen, wenn ich an diese wundervollen Momente denke.

 


Wie es bei den Dreien weiter geht kannst du auf Richards Blog und bei instagram verfolgen.

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Und denk immer daran Hör auf dein Herz. Alles Liebe, Claudia


*Den Zusammenhang zwischen Immunabwehr des Neugeborenen und vaginaler Geburt erklärte Richard mir so: „Das verminderte Allergierisiko bei einer natürlichen Geburt liegt schlicht und ergreifend daran, dass das Kind durch den Geburtskanal muss, wo es weitere vaginale Abwehrstoffe (ähnlich wie durch die Muttermilch) mitbekommt.“ Näheres dazu habe ich z.B. hier gefunden.


Mehr zum Thema Vater werden findest du hier.

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