Was isst sie denn so?

Nach dem Fitnesskurs mit Baby sitze ich oft mit ein paar Müttern in der Küche und wir reichen unseren Babys ihr Mittagessen an. Mila ist dann oft schon gar nicht mehr so hungrig, weil ich ihr den ersten großen Hunger noch während ich versuche auf der Matte meinen Körper zu stählern, mit Quetschi oder Brötchen besänftige. Die anderen bekommen Breichen, Mila meistens Nudeln.

Es freut mich wenn neugierige Fragen kommen. Schließlich bin ich inzwischen überzeugter Vertreter der „Baby Led Weaning“ und Fingerfood Methode. Warum wir diesen Weg gehen und wie der Start war, habe ich in Essen will gelernt sein geschildert. Kürzlich kam die Frage „Und was isst sie dann so?“.

Inzwischen isst Mila seit gut vier Monaten mehr als nur Muttermilch. Und sie verlangt auch deutlich nach richtigem Essen. Gerade kommt sie in das Alter, in dem sie genau das von einem unserer Teller essen will und wir müssen uns wieder neu arrangieren. Aber bisher sah ihr Speiseplan ungefähr so aus:


Zwischen 5 und 7 Uhr

Ein bis zwei brustvoll Muttermilch

Spätestens um halb 8: Fhstück

Babyzwieback (Dinkelmehl, kein Salz, kein Zucker) oder ungesalzene Reiswaffel mit einem Hauch Mandelmus und viiiel Obstmus (Zuckerfrei!!). Eine zeitlang nahm sie noch gedämpftes Gemüse, aber das ist total out (Fenchel kam zum Beispiel super an). Also noch etwas reife Birne, Banane oder Erdbeeren hinterher. Oft auch ein paar Schlucke Wasser.

Nach dem Vormittagsschläfen gegen halb 11: Snack

Ein bis zwei brustvoll Muttermilch, wenn ich verfügbar bin. Ansonsten auch gerne ein „Quetschi“ (Also ein auf Obstmus basierender Babybrei aus dem Quetschbeutel. Mal mit mal ohne Getreide. Mal mit mal ohne Gemüse. Ich achte darauf, dass natürlich keine Zuckerzusätze drin sind, aber auch keine Konzentrate, Säfte und Verdickungsmittel.)

Zwischen 12 und 1 Uhr: Mittagessen

Am besten am Tisch ihres Hochstühlchens zum selber essen. Unterwegs macht sie auf dem Schoß oder im Kinderwagen sitzend aber auch gierig ihr Mündchen auf und lässt sich mehr oder weniger gut füttern. Wenn sie selber isst, ist die Kleckerei zwar oft größer, aber das Essen selbst ist für alle entspannter, so lange man ihr schnell genug Nachschub hinlegt. Die ganze Portion hinzustellen bedeutet zu viel Verlust. Und wieviel sie möchte, weiß man im Vorhinein ja auch nicht. Also legen wir ihr Happen für Happen hin bis sie nur noch spielt, alles herunter wirft oder sogar meckert und aufstehen will. Inzwischen trinkt sie auch fleißig Wasser (mit viel Gematsche und Begeisterung aus meinem Glas, oder eben aus dem Nuckelbecher, z. T. sogar selbst haltend).

Aber was bekommt sie denn nun?

Wir haben uns angewöhnt grundsätzlich ohne Salz zu kochen und dann für uns am Tisch nachzusalzen. Also kann sie prinzipiell das Essen was wir essen. Nur eben keine Nüsse, keinen Honig, wenig bis gar keine Kuhmilchprodukte und Lebensmittel die ohne Zähne zerkleinerbar und schluckbar sind. Salat und rohes Gemüse, abgesehen von geschälter Gurke oder Avocado, sind also leider auch nicht so geeignet. Da wir aber ja noch ein Kind haben, welches super wählerisch ist, kochen wir mittags aus einer kleinen Palette Kinderessen für die ganze Familie. Zum Beispiel Pommes (Pommes sind auch Gemüse!), Nudeln in allen Formen und Farben, bevorzugt aber Vollkorn, mit „Tomatensoße“. Diese enthält auch schon mal weiteres Gemüse, püriert oder geraspelt, wird aber nicht unbedingt vor unserem Sohn erwähnt. Übrigens sind alle Gewürze von Anfang an erlaubt (Mit Genuss ans Essen). Nur eben aufs Salz muss geachtet werden. Rührei und gekochtes Ei kommen auch super an. Und: Pfannekuchen! Das ist leider kein Garant bei Miko. Sein Essverhalten ist auch stark von der Laune und Hunger abhängig. Am einen Tag verschmäht er die Nudeln mit “ Bää! Nein, ich mad das nich!!“ (Ja er sagt jetzt „ich“!!! ❤ ), am nächsten Tag oder schon am gleichen Abend verschlingt er genau diese Portion. Aber Mila liebt Pfannekuchen und das finde ich super, weil ich da so viel Nährstoffe und Lebensmittelgruppen drin unterbringen kann. Natürlich ist es wichtig, dass die Kinder auch pures Gemüse essen, oder Kohlehydrate (und nicht nur den Belag vom Brot) und in der Regel wissen sie selbst, tatsächlich am besten was sie brauchen. So habe ich Mila zum Beispiel ein paar Tage lang Reiswaffel und Banane verwehrt, weil sie etwas unter Verstopfung litt (nie so schlimm wie Miko und das schreibe ich der BLW Methode zu!). Als ich dann aber einem Morgen etwas genervt in Ruhe meinen Kaffee trinken wollte und sie mosernd alles vom Tisch fegte, gab ich ihr eben Reiswaffel mit Banane. Und was war? Noch am selben Tag machte sie ohne Schwierigkeiten ihre Windel voll! Wenn sie also an einem Tag nur das Apfelmus vom Zwieback lutscht und gefühlt einhundert Erdbeeren isst, schlägt sie sich am nächsten Tag eben den Bauch mit trockenem Brötchen voll. Und wenn ich mir plötzlich Sorgen um ihre Cholesterinwerte mache, weil sie zwei Morgende hintereinander ein ganzes hartgekochtes Ei verschlingt, will sie am nächsten Morgen nichts mehr davon wissen.

Kinder verhungern und verdursten nicht freiwillig. Wichtig ist, dass man ihnen täglich eine gesunde Auswahl anbietet. Und weil es mir aber trotzdem ein sicheres Gefühl gibt, das Kind satt und gut ernnährt zu wissen, gibt es einmal in der Woche magische Pfannkuchen. Das Rezept dazu folgt. Ebenso wie das unserer Superpizza!

Damit du keines dieser  gesunden und einfachen Rezepte für Kinder verpasst, trage dich doch am besten unten als Follower ein und drücke auch bei instagram (#herzohr) den Folgen-Butten.

Zwischen 16 und 17 Uhr: Snack

Je nach dem was verfügbar ist und es am Vormittag gab, wahlweise Muttermilch oder ein Quetschi und noch etwas zum  Knabbern wie Roggenbrötchen oder Kindercracker (Hirseflips, Dinkelzwieback, Reiswaffel…). Und wenn uns nach etwas Süßem ist, backen wir Bananen-Kokoswaffeln.

Gegen 18 Uhr: Abendessen

Graubrot mit Mandelmus und dünn Frischkäse oder Avocado. Manchmal bieten wir ihr noch mal gedämpftes Gemüse an. Oder es gibt eben noch etwas weiches Obst.

Gegen 19 Uhr: Betthupferl

Muttermilch und ganz viel Kuscheln.


Wie oft wir nachts stillen, weiß ich nicht. Es variiert jedenfalls stark. Und natürlich variiert auch so ein Speiseplan. Wenn wir beispielsweise morgens mal aus Versehen eine halbe Stunde länger schlafen verschiebt sich alles. Wenn wir mittags unterwegs sind oder es nicht zeitig schaffen zu kochen, gibts mittags eben Butterbrote und abends etwas (Lau)Warmes.

Mit der Salzgabe bin ich auch entspannter geworden. Brot und Brötchen darf sie inzwischen einfach essen. Wenn sie aber eine salzfreie Alternative isst, beruhigt mich das. Sie wirkt ja inzwischen viel stabiler und reifer, da kann sie etwas mehr Salz vertragen, denke ich. Dennoch behalte ich das im Auge. Wenn wir auswärts essen, darf sie also reichlich mit futtern. So hat sie kürzlich, während unseres Bauernhofurlaubes, nicht nur die sehr salzige Spargelcremesuppe an Brötchen verschlungen, sondern auch gierig nach den Spargelköpfen verlangt. Dazu gabs natürlich auch Kartoffeln und Rührei.

Fleisch gibt es bei uns wenig. Hans und ich essen zweimal in der Woche Fleisch. Abends, wenn die Kinder schlafen. Miko isst gerne Wurst auf seinem Brot. Nicht besonders gesund oder narhaft. Ansonsten probiert ja eh ungerne irgendetwas und somit auch kein Fleisch oder Fisch. Aber er isst jeden Morgen einen riesigen Berg Haferflocken mit Mandelmehl und Joghurt. Um seine Eisen und Proteinzufuhr mache ich mir keine Gedanken. Mila hat gerne Hackfleischbällchen gegessen, die sind zur Zeit aber out. Wurst gebe ich nur in Mikroprobierportionen. Sie bekommt bei jeder Gelegneheit Mandel-, Sesam- oder Kokosmus in ihre Mahlzeiten und ein Müsli werde ich ihr bald auch noch mal anbieten. Zu letzt ließ sie dieses körnige Zeug mit empörtem Blick und weit ausgestreckter Zunge aus ihrem Mund purzeln…

Wir hören bei der Ernährung unserer Kinder also nicht nur auf unser Herz sondern auch auf  ihren Bauch.

Alles Liebe, Claudia ❤

Ps: Mir ist aufgefallen, dass ich überwiegend berichte was ich Mila anbiete. Dabei ist mein Ehemann als Vollzeitpapi mit neun Monaten Elternzeit natürlich ebenso an der Ernährung unserer Kinder beteiligt. Dennoch gebe ich im groben vor, was sie bekommen soll. Er nimmt es dankend an, dass ich mich informiere und sorge. Dafür bringt er die Gelassenheit mit an den Tisch. Lässt sie einfach probieren auch wenn der Nährwert manchmal fraglich ist. Als ich ihr kürzlich eine echte Pommes anbieten wollte, hat er mich dann aber ausgebremst. Wir sind wohl doch ein ganz gutes Team ❤

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1 Kommentar zu „Was isst sie denn so?

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